Gesunde Stadt

So haben wir in Offenbach bereits einen Prozess zur Erarbeitung einer Strategie zur Klimaanpassung gestartet. Urbaner Raum muss für die Folgen des schon heute spürbaren Klimawandels gewappnet sein. Diese Aufgabe darf nicht auf ein Amt beschränkt gesehen werden. Es handelt sich um eine Querschnittsaufgabe aller Ämter, die an der Spitze der Verwaltung – beim Oberbürgermeister – eine sehr hohe Priorität genießen muss. Geschieht dies nicht, werden uns vielleicht bald Starkregenereignisse, Stürme und Orkane, extreme Trockenheit oder Überschwemmungen vor Augen führen, dass wir kurzsichtig geplant, entwickelt und gebaut haben. Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe ist eine Kernanforderung an die Stadt Offenbach.

Zu den schädlichen Einflüssen im städtischen Raum zählt an exponierter Stelle die Lärmbelastung der Bevölkerung. Neben die allen Großstädten bekannten Lärmquellen tritt in Offenbach als Besonderheit der Fluglärm, der nicht nur gesundheitsschädigend wirkt, sondern auch die Entwicklungsfähigkeit unserer Stadt erheblich einschränkt. Das Eintreten für eine deutliche Reduzierung des Fluglärms über Offenbach muss meines Erachtens Sache des Oberbürgermeisters sein. Die Stadt Offenbach verfügt über eine Lärmminderungsplanung für das gesamte Stadtgebiet und für alle verschiedenen Arten von Umgebungslärm. Wir brauchen bei der Umsetzung mehr Tempo – nicht beim Straßenverkehr.

In Offenbach sind die Grenzwerte für Stickoxide in der Luft häufig überschritten. Wie bei anderen Städten auch, muss das Land Hessen nachbessern und den Luftreinhalteplan für unsere Stadt so ändern, dass die Grenzwerte bald unterschritten werden. Auch dies muss prioritär angepackt und forciert werden, es geht um unsere Gesundheit.

Nicht nur zur Naherholung der Menschen ist es für eine gesunde Stadt entscheidend, dass sie über genug Naherholungs- und Grünflächen verfügt. Diese müssen bewahrt, beschützt  und gepflegt werden – auch gegen andere, durchaus legitime Interessen. Mit einem angenehmen Mikroklima, einer intakten und vielfältigen Flora und Fauna und dem herrlichen Gefühl, das man beim Verlassen einer Betonwüste hat, werden die Menschen gerne in Offenbach bleiben.

Nicht zuletzt wird es beim absehbaren „Bauboom“ wichtig sein, dass Natur-, Arten-, Gewässer- und Umweltschutz ernst genommen und konsequent umgesetzt werden – auch dies gegen berechtigte andere Interessen. Es geht nicht ums Recht haben. Es geht um die Grundlagen einer nachhaltigen Entwicklung des Stadtraums. Im Interesse aller.